Almodovar Biohotel Berlin

16 neue Hotelzimmer im ehemaligen Seminargeschoss eines Hotels

In den letzten Jahrzehnten haben wir uns den Stadtraum angeeignet und das gemeinschaftliche Draußen entdeckt. Wir essen zusammen auf Verkehrsinseln, tanzen zwischen S-Bahn und Fluss, sehen Theaterstücke unter freiem Himmel und feiern auf Brücken im Sonnenuntergang– unprätentiös, simpel, direkt.

Breite öffentliche Treppen sind beliebte Aufenthaltsorte. Warum nicht im Hotel auf einer Treppe wohnen und übernachten?

Frühere Seminarräume mit 4,13m Höhe boten die seltene Voraussetzung 10 neue Hotelzimmer als Treppen zu konzipieren.

Die Treppe ist eine einfache, vertraute Struktur, ebenso geformt wie offen und hier in raumfüllender Dimension verblüffend. Im Hotelzimmer ist sie Wohnlandschaft, Stuhl, Sofa, Bett, Nachttisch, Tisch, Zustellbett, auf der Unterseite Kofferablage, Ankleide und Bad. Für den Filmabend wird sie zur Tribüne. Die Gäste nutzen Kissen und Polster auf verschiedenen Ebenen. Das obere Treppenpodest ist als Bett ausgeführt. Auf einer Treppenseite ermöglicht ein zusätzlicher Tisch einen größeren Arbeitsplatz.

Die neuen Hotelzimmer sind 21- 42qm groß. Die Treppe aus pigmentiertem Multiplex bildet eine farbliche Einheit mit dem Bestandsboden aus dunklem Industrieparkett. Der umgebende Raum bleibt weiß.

Wir fügen das Hotelzimmer als bildhaftes Fragment in unsere individuelle Stadtreise. Die räumliche Inszenierung des Zimmers als Treppe bietet Spielraum für Improvisation und Aktion, sie verlangt Bewegung und prägt sich ein.

Fertigstellung 06/2019

BGF 450qm

Mitarbeiterin
Jehane Bouassida

Architekturfotograf
Werner Huthmacher